Sauber ist nicht genug

04.05.2016

Wenn keine Verschmutzung sichtbar ist, gehen wir davon aus, dass unsere Hände sauber sind. Frei von Krankheitserregern sind sie deswegen aber noch lange nicht. Klinikhygieniker wissen das. Sie führen täglich einen Kampf gegen den unsichtbaren Feind. Der Tag der Händehygiene am 5. Mai macht darauf aufmerksam.

Waschen macht sauber, aber nur die Händedesinfektion tötet auch zuverlässig Krankheitserreger.

Jeder Mensch kommt täglich mit einer Menge Bakterien in Kontakt - vor allem mit seinen Händen. Sie warten an Türkliniken, Einkaufswägen und Tastaturen. Für den gesunden Organismus ist das kein Problem. Aber bei Menschen im Krankenhaus, die bereits krank und vorgeschwächt sind, können Krankheitserreger leichter Infektionen auslösen. Daher ist es in einer Klinik so wichtig, den unsichtbaren Gegnern entgegenzuwirken, weiß Karlheinz Reich-Hönning, die Hygienefachkraft der Klinik Eichstätt.

Warum steht speziell die Handhygiene im Krankenhaus so im Focus?

Reich-Hönning: Die Hände des Personals sind das wichtigste Werkzeug bei der Patientenversorgung. Wir brauchen sie beispielsweise zum Verbandwechsel, beim Herrichten von Infusionen und beim Verabreichen von Injektionen. Bei diesen Tätigkeiten können die Erreger, die jeder einzelne auf seiner Haut trägt, natürlich übertragen werden.

In jeder Klinik müssen Pflegekräfte und Ärzte deshalb vor und nach jedem Patientenkontakt gründlich ihre Hände desinfizieren. Nur so kann man die Übertragung von Infektionserregern und damit die Entstehung von Infektionen im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen vermeiden.

Was tun die Kliniken im Naturpark Altmühltal für die Handhygiene in ihren Krankenhäusern?

Reich-Hönning: Jeder Mitarbeiter, der mit der Versorgung von Patienten zu tun hat, wird in Eichstätt von mir und in Kösching von meiner Kollegin in Händehygiene geschult. Wir vermitteln, wann die Hände desinfiziert werden müssen, wie und wann Handschuhe zu tragen sind und wie man diese richtig entsorgt. Dies rufen wir den Mitarbeitern in jährlichen Pflichtschulungen immer wieder ins Gedächtnis.

Zu jeder Schulung gehört auch die Prüfung mit der Schwarzlichtlampe. Mit ihr kann man die Qualität der Händehygiene veranschaulichen. Denn sie zeigt, ob die Flüssigkeit flächendeckend über die Hand verteilt wurde. So kann der Mitarbeiter genau sehen, wie gut er sich die Hände desinfiziert hat.

Was kann man denn selbst als Besucher im Krankenhaus tun, um nicht zum Überträger zu werden?

Reich-Hönning: In unserer Klinik finden sich Spender mit Desinfektionsflüssigkeit an markanten Punkten etwa in der Eingangshalle und auf allen Etagen direkt vor den Aufzügen. Auch die Patientenzimmer sind bereits seit Jahren mit eigenen Spendern vor und im Raum ausgestattet.

Besucher und Patienten sollten diese Spender benutzen, bevor sie das Patientenzimmer betreten. Dabei 2 Dosierungen aus den Spendern abrufen (durch Drücken oder Hand unterhalten) und dann die Flüssigkeit möglichst überall an den Händen verteilen. Wichtig ist, dass die Flüssigkeit wirklich alles benetzt, auch den Handrücken, die Handgelenke und die Daumen, die Zwischenräume zwischen den Fingern und die Nagelfalze. Dann lässt man die Desinfektion 30 Sekunden einwirken. Damit hat man bei richtiger Ausführung 99,9 % aller Krankheitserreger abgetötet.