Die Lunge im Mittelpunkt

04.04.2016

Über 100 Menschen zog das 24. Gesundheitsgespräch der Klinik Eichstätt vergangenen Samstag ins Alte Stadttheater. Zwei Ärzte und zwei Physiotherapeuten informierten dort über das Thema Lunge.

Leiter des Gesundheitsgesprächs und Referent über die COPD: Dr. Andreas Markus.

Dr. Andreas Markus, Bärbel Nöldeke-Uhl, Simon Wudy und Carsten Helbig (v.l.) waren die Referenten beim Gesundheitsgespräch.

Praktische Übungen und Hilfsmittel stellte Simon Wudy vor.

Husten ist Schutzfunktion und Warnsignal zugleich. Das lernten die Teilnehmer im Vortrag des niedergelassenen Lungenfacharztes Carsten Helbig. Der Husten hilft, Fremdkörper loszuwerden. Er zeigt aber auch, dass etwas nicht in Ordnung ist. Helbig stellte vielerlei mögliche Ursachen für  Husten vor: von der Entzündung über das Rauchen bis zum Tumor. Er zeigte, wie die Erkrankungen sich im Röntgenbild oder in Lungenfunktionstests zeigen und welche Folgen sie jeweils haben können. Sein eindringlicher Rat an die Zuhörer: Husten, der über 8 Wochen anhält, oder Blut im Auswurf sind Symptome, die man unbedingt ernst nehmen sollte. Hier sei dringend ein Besuch beim Arzt geboten, sagte Helbig.

Ihm schloss sich Simon Wudy, der Leiter der Physikalischen Therapie in der Klinik Eichstätt, mit einem praktisch orientierten Vortrag an. Wudy zeigte, wie richtiges Atmen und richtiges Husten funktionieren. „Gute Atemzüge sind tief und ruhig. Sie bestehen aus einer entspannten Einatmung und Ausatmung sowie einer kleinen Pause“, sagte Wudy. Beim Husten käme es darauf an, möglichst flach zu husten, den Reiz also nicht zu verstärken. Auch das Husten gegen einen Widerstand wie die Hand oder die geschlossenen Lippen sei günstig. Mit dem Kutschersitz und der Torwarthaltung zeigte er zudem zwei Übungen, die entlastend auf die Lunge wirken und ein tiefes Einatmen ermöglichen. 

Dr. Andreas Markus, Chefarzt der Gastroenterologie und Pneumologie in der Klinik Eichstätt, referierte anschließend über die Lungenkrankheit COPD. Sie mache sich bemerkbar durch Husten, Auswurf und anhaltende Luftnot. Die COPD nimmt einen chronischen Verlauf und ist nicht heilbar. Jedoch konnte Dr. Markus zeigen, dass es für jedes Krankheitsstadium Medikamente gibt, die meist gut ansprechen. Möglich sei inzwischen auch ein neuer endoskopischer Eingriff, so Dr. Markus. Bei diesem werden Lungenareale, die nicht mehr zur Sauerstoffversorgung taugen, „ausgeschaltet“. Da die Krankheit vor allem durch Rauchen ausgelöst wird, stellt der Verzicht auf Zigaretten die beste Vorbeugung dar.

Bärbel Nöldeke-Uhl setzte mit Ihrem Vortrag den Schlusspunkt des informativen Vormittags. Die Physiotherapeutin stellte die Lungensportgruppe in Ingolstadt vor, die sie leitet. Sie zeigte, dass Lungensport ein Thema für breite Altersschichten und Krankheitsbilder ist. „In unserer Gruppe trainieren regelmäßig Menschen zwischen 23 und 87 Jahren“, sagte Nöldeke-Uhl. „Unsere Teilnehmer leiden unter Asthma, chronischer Bronchitis, COPD, Lungenfibrose oder sind an der Lunge operiert.“ Diese Menschen werden mit viel Vorsicht und Umsicht dahin gebracht, ihre Leistungsfähigkeit langsam wieder zu steigern und dadurch zu einer besseren Lebensqualität zurückzufinden. Denn, wer rastet, der rostet.

Dies war auch das Fazit aller Referenten: bei Lungenerkrankungen hängt viel vom Verhalten des Patienten ab. Der einzelne kann mit Bewegung, ausgewogener Ernährung und dem Verzicht aufs Rauchen seine Gesundheit positiv beeinflussen.