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Dokumentation mit dem Smartphone

08.08.2018

Das Seniorenheim Anlautertal in Titting hat im vergangenen Jahr die Dokumentation der Pflegeleistungen vom Papier auf den Computer umgestellt. Jetzt läuft eine Testphase für die Dokumentation mit Smartphones.

Pflegekraft Sabine ist täglich 8 Stunden auf der Station des Seniorenheims unterwegs. Sie hilft den Bewohnern dabei, aufzustehen, sich anzuziehen und sich zu waschen. Sie sieht nach, ob genug getrunken wird und ermittelt Blutdruck, Blutzucker, Gewicht und Temperatur.

All diese Tätigkeiten muss sie in der Bewohnerakte und im Bedarfsfall im Berichtsblatt vermerken. Seit letztem Jahr braucht sie dies nicht mehr handschriftlich zu tun, sondern kann die Daten im PC eingeben. Seit 29. Juni kann sie sogar direkt im Bewohnerzimmer alle Leistungen dokumentieren, die sie zuvor erbracht hat. Mit einem Smartphone. Die Dokumentation damit wird 2 Monate lang im Seniorenheim getestet.

Positives Fazit zur Halbzeit

Zur Halbzeit der Testphase wird die neue Arbeitsweise positiv bewertet. „Durch die Smartphones entfällt die Doppeldokumentation. Ich muss nicht mehr im Zimmer handschriftlich aufschreiben, was ich dann in den PC übertrage, sondern gebe es sofort ins Handy ein. Das spart viel Zeit, die wieder den Bewohnern zugute kommen kann“, sagt Pflegekraft Sabine. Besonders hilfreich findet sie das Erfassen eines Pflegeberichtes. Dieser kann per Spracheingabe getätigt werden und wird automatisch in Text umgewandelt.

Auch die älteren Mitarbeiter stehen der neuen Technik positiv gegenüber. Berührungsängste haben sie keine. „Der Umgang mit diesen Geräten gehört mittlerweile einfach zum Alltag und die App ist sehr leicht zu bedienen“, sagt Josef Schmid, der die Digitalisierung umsetzt.

Schmid sieht auch Effekte für die Attraktivität des Berufsbilds und des Arbeitsplatzes: „Die Arbeit mit den modernen Arbeitsmitteln dürfte gerade für den Nachwuchs ansprechend sein. Und auch alle anderen finden es gut, von der Dokumentation entlastet zu werden. Schließlich ergreift man den Beruf, weil man pflegen und betreuen will.“

Nutzung auch im Regelbetrieb geplant

Nach dem Testzeitraum sollen die Smartphones daher in den Regelbetrieb übernommen werden. Sie sollen dann auch die DECT-Telefone für Telefongespräche ersetzen. Auch die Funktionalität soll sich erweitern. Bisher können Vitalwerte, Trinkprotokoll, Pflegebericht und Sturzprotokoll dokumentiert werden. Schritt für Schritt sollen neue Dokumentationsmöglichkeiten, zum Beispiel die Wunddokumentation dazu kommen. Außerdem sollen auf den Smartphones auch die Lichtrufe der Bewohner abgebildet werden. „Dafür werden schon bis Ende des Jahres die Voraussetzungen geschaffen“, sagt Josef Schmid.