• E Iaussen Slider
  • Koeschingaussen Slider

Herz aus dem Takt

23.10.2018

Das Gesundheitsgespräch der Kliniken am vergangenen Samstag beleuchtete das Thema Herzrhythmusstörungen von verschiedenen Seiten. Neben 3 Vorträgen erlebten die 85 Teilnehmer/innen auch die Live-Demonstration eines Defi-Einsatzes.

Was hinter Arrhythmien steckt, thematisierte gleich zu Anfang der niedergelassene Internist, Kardiologe und Nuklearmediziner, Dr. Bernhard Mödl. Er erklärte, dass Rhythmusstörungen verschiedene Auslöser haben können. Stress, Elektrolytstörungen, Medikamentenüberdosierungen oder Alkohol könnten ebenso dafür verantwortlich sein wie ernsthafte Herzerkrankungen, zum Beispiel Klappenfehler oder fehlerhaft elektrische Impulse. Um das Harmlose vom Bedrohlichen zu unterscheiden sei eine Abklärung notwendig, sobald sich Beschwerden zeigten. Auch ohne Beschwerden sei eine Abklärung sinnvoll, wenn plötzliche Herztode in der Familie vorgekommen seien, riet Dr. Mödl. Herzrhythmusstörungen, so Dr. Mödl, seien heute zum Großteil heilbar. „Dies liegt vor allem an den vielen technischen Entwicklungen wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren, implantierbares Langzeit-EKG und den Möglichkeiten der Elektrophysiologie", sagte der Mediziner.

Bewegung nach der Herzerkrankung

Mit Bewegung nach einer Herzerkrankung befasste sich das Referat von Vicki Kosmehl, Leiterin der Physikalischen Therapie in der Klinik Eichstätt. Vor allem nach einer Operation sei es zunächst wichtig, wieder Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Herzens zu fassen, sagte Kosmehl. Hierzu sei eine schonende Ausdauerbewegung optimal. Als mögliche Sportarten nannte sie Nordic Walking, Radfahren, Tanzen oder Yoga. Für am Herzen Operierte zeigte sie die Herzsportgruppen der Region als Möglichkeit auf, wieder in Bewegung einzusteigen. Auch Reha-Sport und Cardio-Gruppen in Fitnessstudios oder die Nordic-Walking- und Qi-Gong-Angebote der Klinik Eichstätt seien gute Möglichkeiten, wieder in regelmäßige Bewegung hineinzufinden. Durch die Bewegung, so Kosmehl, werde das Risiko auf weitere Herzerkrankungen gesenkt.  

In der Pause der Veranstaltung zeigte dann der Verein „Bürger retten Leben“, wie öffentliche Defibrillatoren funktionieren. Dafür wurde an eine Übungspuppe ein Defibrillator angeschlossen. Die Zuschauer erlebten mit, wie das Gerät dem Benutzer per Sprachassistent alle notwendigen Schritte kommuniziert. Zunächst müssen zwei Elektroden am Brustkorb aufgeklebt werden. Danach arbeitet das Gerät von alleine. Es gibt dann nur noch Anweisungen wie „Bitte zurücktreten“ und „Stromstoß wird abgegeben“. Der Verein stellte auch eine kostenlose App vor, die vorhandene öffentliche Defis in jedem Ort in Deutschland ausweist.  

(Herz)gesunde Ernährung

Welche Ernährung Herz und Gefäßen sowie dem Insulinstoffwechsel gut tut, stellte danach Susanne Wagner vor. Die Diabetesberaterin der Klinik Eichstätt bezog sich dabei auf die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sie empfehle, Getreideprodukte möglichst in der Vollkornvariante, Gemüse, Obst und Fisch zu verzehren. Die Inhaltsstoffe von pflanzlichen Nahrungsmitteln, so Wagner, enthielten nämlich wichtige Mineralstoffe, die der Körper brauche. So sei Brokkoli ein guter Calcium-Lieferant, gelbe Rüben verhinderten durch ihre Inhaltsstoffe, dass sich Plaque an den Gefäßen ablagert. Zuckerhaltige Getränke und Knabbereien, so Wagner, hätten in der Pyramide nur einen sehr geringen Raum. Wer das Naschen aber nicht aufgeben könne, hätte in Schokoladen mit hohem Kakaogehalt eine gute Alternative.